o twoday.net > Pflegeblog
Anmelden | neues Weblog anlegen | nächstes Blog lesen | [<<]
 
Pflege-in-Oesterreich-klein

Samstag, 12. Mai 2012

Grant am Nachmittag

15.30 Uhr, (unfall)chirurgische Ambulanz, ein Mittwoch im Mai

Die beiden Unfallchirurgen verabschieden sich, der ‚Chef-Gipser’ ebenfalls, die Aufnahme-Sekretärin auch.

Ich bin also mit dem Dienst habenden Arzt allein. Der ist jetzt schon frustriert und grantelt vor sich hin, aber das ist ja nichts Ungewöhnliches.
In meinem Berufs-Dasein habe ich wenige ÄrztInnen erlebt, die während ihrer Arbeit gut drauf sind - am ehesten noch, wenn sie am Anfang ihrer Karriere stehen. Wenn sie noch nicht so ausgelaugt sind von den vielen Anforderungen, Überforderungen, von zu wenig Regenerationsphasen zwischen den Diensten, zu wenig Anteilnahme und Motivation von Seiten ihrer Chefs, wenn sie sich noch über Organisationsmängel hinweghelfen, indem sie sich und anderen etwas beweisen (wollen)…
Aber fragt MICH vielleicht einer, wie’s mir geht? Eben.

Auch wir in der Pflege sind unterbesetzt (nicht nur aus einem subjektiven Gefühl heraus, sondern wahrhaftig, laut Personalschlüssel), in der Pflege findet man derzeit kaum Personal am freien Markt.
Und Anteilnahme und Wertschätzung erfahren wir (außer manchmal von PatientInnen) letztendlich auch nicht viel.

Aber jetzt steht ein dreijähriger Junge vor mir, mit einem Cut am Kinn, hin gefallen am Asphalt.
Ich bitte ihn mitsamt den Eltern herein, bis jetzt hält er sich tapfer, ich sage ihm, dass wir das mit einem Spezial-Uhu kleben, sehe schon die nächsten Verletzten auf der Rot-Kreuz-Liege daher kommen. Zwei Jugendliche, einer liegend, einer sitzend, beide mit dem Moped gestürzt, überall Abschürfungen, mit Steinchen drin, geschwollene Hand, geschwollenes Sprunggelenk, Schmerzen im Brustkorb; der sitzende Bursche hat beide Sturzhelme auf dem Schoß liegen.

Vom anderen Eingang strömt eine Menschenmenge, Vater, Mutter, drei Jungs, alle drei im Fußballdress, der 12jährige humpelt. Ein Spieler der gegnerischen Mannschaft hat ihn gegen das Schienbein getreten.

Eine Dame rauscht um die Ecke und will sofort einen Arzt, sie hält mir ihren pochenden Finger unter die Nase.
Und aus dem Lift beim Notfalleingang hör ich Kindergeplärre, das verheißt auch nichts Gutes.
Schon wieder schiebt das Rote Kreuz ihre Liege aus der Lifttür, diesmal ist es eine ältere Dame mit starken Bauchschmerzen.
Das ist typisch: kaum sind die Kollegen heimgegangen und ich bin allein, wird’s hier stressig.

In Raum 3 ein siebzehnjähriges Mädchen, Schmerzen im rechten Unterbauch. Genau genommen ist es ein Loslass-Schmerz, typisch bei Blinddarmentzündung. Blutabnahme, Ultraschall – alles deutet darauf hin. Sie kriegt eine Nadel in die Vene, eine Schmerzinfusion und ein Nachthemd und ich messe ihren Blutdruck.
Der Blinddarm (der eigentlich ein Wurmfortsatz ist und ziemlich fies werden kann) gehört zu den Dingen, die der Mensch mit sich herumschleppt, ohne sie zu brauchen. Quasi ein entwicklungsgeschichtliches Überbleibsel aus dunkler Vorzeit. Wir kämen wunderbar auch ohne ihn zurecht.
Der diensthabende Turnusarzt wird assistieren, die Operation wird auf 17.00 Uhr angesetzt. Der Chirurg, der heute Dienst hat, steht noch im OP und operiert den Herrn mit Darmverschluss, den wir mittags aufgenommen haben, und rauft sich wahrscheinlich die Haare, wenn er davon hört.
Noch hat er ja welche.


DGKS Christine
Pflege in Österreich - 12. Mai, 00:29
0 Kommentare - Kommentar verfassen

Donnerstag, 26. April 2012

Diplomarbeit fertig!

Diplomarbeit mit dem Thema "Stress in der Pflege" ist fertig.
rudolf33a - 26. Apr, 23:25
4 Kommentare - Kommentar verfassen

Freitag, 23. März 2012

Pflege, wohin?

pflege-wohin
Cartoon von Claudia Binder.
Pflege in Österreich - 23. Mrz, 14:13
6 Kommentare - Kommentar verfassen

Samstag, 17. März 2012

Zwischen.....

Nun bin ich wieder in meinem Stammhaus und arbeite ...
Lernen - arbeiten - Praktikas - davon ist mein derzeitiges Leben geprägt- in den vergangenen Wochen hatte ich einen absoluten Durchhänger- Kraftlosigkeit, Generalsanierung meiner Zähne, das Aufgeben des vielen Kaffekonsums ...
Und jetzt, seit heute habe ich wieder neue Kraft - Gott trägt mich - wie wunderbar ist es auf ihn vertrauen zu dürfen.
L.G. Rudolf.
rudolf33a - 17. Mrz, 20:34
5 Kommentare - Kommentar verfassen

Freitag, 16. März 2012

Zeitarbeit

Nach einigen Jahren Auszeit von der Pflege entschloss ich mich, neben den Studium, einige Stunden wieder in der Pflege zu arbeiten. Es war ein Sprung ins kalte Wasser. Wie viel habe ich von der Praxis vergessen? Was hat sich verändert? Komme ich damit zu recht immer wieder auf neuen völlig unbekannten Stationen zuarbeiten.
Mit unbekannten Klienten, Bewohnern, Patienten etc. Und vor allem mit unbekannten Kollegen. Wie nehmen sie mich als Pooldienst auf? Welche Erwartungen haben sie an mich?
Meine erste Station ein privates Pflegeheim war zu meiner Erleichterung ein Glücksgriff. Ich wurde vom Team nett aufgenommen und sie gaben mir eine einfache Pflegegruppe. Ich war für ca. 8 Bewohner zuständig und zu meiner Verwunderung stellte ich fest die Arbeit ging mir leichter von der Hand als ich dachte. Es war zwar nicht wie Fahrradfahren, aber die Erinnerung an meine Zeit im Krankenhaus und dem Gelernten kam nach und nach wieder. Anstrengend und ungewohnt für mich war nur, dass man die meiste Zeit egal wie pflegebedürftig der Klient war alleine arbeitet. Vom Krankenhaus her kannte ich das nicht. Dort wuschen und mobilisierten wir die Patienten eigentlich immer zu zweit. Auch in den anderen Pflegeheimen in denen ich bis jetzt war habe ich, aber auch das Stammpersonal stets alleine gearbeitet.
Was auch nicht immer leicht war sich die Namen und Gesichter der Bewohner zu merken, da diese nicht wie im Krankenhaus keine Patientenarmbänder tragen. Aber es ging nicht nur mir so auch eine neue Kollegin vom Stammpersonal meinte zu mir, dass sie da Probleme habe.
Ich habe auf dieser bestimmten Station sehr viel Positives erleben dürfen. Kollegen, Patienten und Angehörige die mein Bemühen und meine Arbeit zu schätzen wussten. Und auch verstanden, dass ich nicht alles wissen und können kann, nachfragen muss und Fehler mache.
Ist man öfters auf derselben Station kann man sich auf die Gegebenheiten langsam einstellen. Trotzdem verlangt es ein hohes Maß an Flexibilität und Selbständigkeit, aber auch wie ich beim nächsten Mal erzählen werde eine gutes Maß an Abgrenzung gegen die Probleme der einzelnen Stationen.

hg Lisa
Pflege in Österreich - 16. Mrz, 12:55
3 Kommentare - Kommentar verfassen

Donnerstag, 15. März 2012

Der Bauchspezialist

Nachtschicht, (unfall)chirurgsche Ambulanz
23.30 Uhr


Das Rote Kreuz bringt einen 72jährigen Herrn mit Schmerzen, die sich vom Magen über beide Rippenbögen bis in den Unterbauch ziehen. Die hat er seit zwei Tagen, aber seit heute Abend wird es laufend schlimmer.

Ich suche im PC die alten Krankengeschichten, zirka jeden dritten Monat ist er in irgendeinem Spital, immer ist irgendwas mit dem Bauch, und dieser ist auch mit Narben übersät. Der Herr ist in verschiedenen Krankenhäusern operiert worden, was die Sache nicht gerade vereinfacht: Gallenblasen- und Gallengangoperationen, Darmoperationen, Bruch- und Magenoperationen, die Milz ist bereits entfernt und an der Leber war auch schon irgendwas. Außerdem sind Divertikel bekannt - das sind Ausbuchtungen des Dickdarms, die sich oft entzünden oder anderweitig Scherereien machen.
In seiner Bauchhöhle muss es mindestens so verwirrend aussehen wie im Labyrinth von Knossos.
Es gibt nichts, was der Mann nicht schon gehabt hätte, so klingt es jedenfalls, er redet in korrektem Fachjargon mit uns, so versiert ist er, was Bauchkrankheiten betrifft.
„Haben Sie den Pschyrembel studiert?“, frage ich und er sagt:
„Das nicht, aber er liegt daheim auf meinem Nachtkastl.“
Der Mann belegt wieder einmal schlüssig, dass jeder der Experte seiner selbst ist.

Er tastet wiederholt seinen Bauch ab und legt die Stirn in nachdenkliche Falten. „Was es diesmal ist, kann ich allerdings nicht sagen.“
„Da sind wir schon zwei“, meint die Ärztin fröhlich und legt ihm eine Nadel in die Vene.
Sie tastet Verhärtungen im Dickdarmbereich, Röntgen und Ultraschall ergeben eine Menge Stuhl im Darm, jedoch keinen Hinweis auf einen Darmverschluss und keine freie Luft - also nichts deutet auf eine Perforation hin.
Das ist schon mal was, und der Herr nickt anerkennend - auch, weil er ziemlich angetan davon ist, dass bereits beim ersten Punktionsversuch eine seiner malträtierten Venen getroffen wurde.

Das wird morgen früh sicher ein CT, bei der Vorgeschichte. Die schmerzstillende Infusion wirkt bald und ich fahre ihn im Sitzwagen auf die Station. Den Pyjama hat er daheim wohlweislich an belassen, das ist praktisch.
Würden nur alle Patienten so mitdenken...

DGKS Christine
Pflege in Österreich - 15. Mrz, 02:51
4 Kommentare - Kommentar verfassen

Samstag, 4. Februar 2012

...So, so...

Also -> Hauptsach Hauptsach <-
Immer noch braucht es Menschen wie uns, angefangen von ...
Hebammen ...
Heimhelfern ...
Pflegehelfern ...
Physiotherapeuten ...

Sind halt Worte mit viel ...
Meins ist Qualifikationszunahme in Richtung DGKP ...
Deins .??

L.G. Rudolf.
rudolf33a - 4. Feb, 20:40
5 Kommentare - Kommentar verfassen

Mittwoch, 25. Januar 2012

77 Days...

Tage vergehen - die Sonne nimmt zu.
Wir pflegen und pflegen und hier herrscht die Ruh.
Wer zu lange schläft gerät, in Vergessenheit.
Darum heraus aus der Lethargie -

Einiges aus meinem Arbeitsalltag.
Bin zur Zeit im HKP Praktikum ...
Hut ab kann ich nur sagen (sofern jemand einen auf haben sollte) -
vor dem Einsatz des Teams unter den oft schwierigen Bedingungen. http://www.roteskreuz.at/pflege-betreuung/ in diesem Falle Jennersdorf
Ja - Krankheit ist schon etwas komisches -
Des öfteren auch die Frage nach Sinnhaftigkeit unseres Lebenssystem -
Meine Antwort gibt mir mein Gott - Darum darf ich ihn heute wieder suchen und finden.
5. Mose 4,29 Wenn du aber daselbst den HERRN, deinen Gott, suchen wirst, so wirst du ihn finden, wenn du ihn wirst von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen.
http://jesus-web.de/bibel/buch/de004.htm
Das mußte kurz sein-
Die ganze Welt sucht Antworten vom Flüchtenden in Dafur bis hin zu den Mächtigen in Davos ...
L.G. Rudolf.
rudolf33a - 25. Jan, 07:47
2 Kommentare - Kommentar verfassen
ältere Beiträge

Arbeitsalltag von Pflegepersonen

Menü

Arbeitsalltag von Pflegepersonen
  • + AutorInnen zu Gast
  • + Barbara - OP
  • + Christine - Ambulanz
  • + Karoline - Demenzstation
  • + Lisa - Zeitarbeit
  • + pflege.lacht
  • + Raquel - Urologie
  • + Rudolf - Seniorenheim
  • + Sonja- Training & Beratung
  • + Wir im Gespräch
  • + Zum Impressum
  • + Zum Pflegeblog

twoday.net

Aktuelle Beiträge

So
- Schritt 2 - von 4 Praktische Diplomprüfung wurde...
rudolf33a - 14. Mai, 18:05
Krankenpflege
Was haltet ihr eigentlich von so Demenz Wohngemeinschaften? Bisher ...
Joana (Gast) - 14. Mai, 15:39
Bravoooo!
Schön, daß du durchgehalten hast. Und ein...
Pflege in Österreich - 12. Mai, 19:01
Grant am Nachmittag
15.30 Uhr, (unfall)chirurgische Ambulanz, ein Mittwoch...
Pflege in Österreich - 12. Mai, 00:29
Lösung
In anderen Ländern, wir die Geschellschaft aufgerufen...
Matthias (Gast) - 6. Mai, 09:24

User Status

Du bist nicht angemeldet.
  • login

Follow us on TWITTER!


follow Pflegeblog at http://twitter.com

Bloggende KollegInnen

  • Kittelbiene
  • Krankenhausbengel
  • Krankeschwesternblog
  • Der Pflegeblogger
  • Pflege und Satire
  • Lerne Pflegen- Altenpflege gebloggt

Wieviele BesucherInnen im Moment

Wo ist grade wer online

Suche

 


AutorInnen zu Gast
Barbara - OP
Christine - Ambulanz
Karoline - Demenzstation
Lisa - Zeitarbeit
pflege.lacht
Raquel - Urologie
Rudolf - Seniorenheim
Sonja- Training & Beratung
Wir im Gespräch
Zum Impressum
Zum Pflegeblog
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren