Es knarrt im System
Diese Woche habe ich wieder eine Menge Hausbesuche gemacht bei Menschen, die Pflegegeld bekommen. Meine Aufgabe ist es einerseits zu kontrollieren, ob die PflegegeldbezieherInnen gut versorgt sind, aber ich bin auch dazu aufgerufen zu beraten, wenn dies notwendig ist. Sehr oft bin ich für die Menschen seit langer Zeit die erste Person, die sie fragt wie es ihnen geht in der Pflegesituation.
Was mir in letzter Zeit auffällt, ist die Zunahme der Beschwerden. Die betroffenen Familien berichten von Erlebnissen, die mich als Pflegeperson und Teil dieses Gesundheitssystems äußerst betroffen machen und die uns zum Nachdenken bringen sollten.
Ein paar Beispiele:
Eine Tochter erkennt, daß ihre Mutter einen Schlaganfall hat, packt sie zusammen und bringt sie ins Krankenhaus, weil sie denkt das würde schneller gehen als die Rettung zu rufen. Im Krankenhaus auf einer internen Station lässt man sie 3 Stunden warten, obwohl die Tochter mehrmals auf den vermuteten Schlaganfall hinweist und sagt ihr dann, daß sie falsch wäre und die Mutter auf die Neurologie müsste. Es wird die Rettung gerufen, die eine Stunde braucht um zu kommen. Die Patientin kommt 4 Stunden nach dem Schlaganfall endlich auf der Neuro an, dort schimpft dann der Arzt mit der Tochter, daß die Mutter 2 Stunden zu spät gekommen wäre für eine optimale Rehabilitation.
Eine 85 jährige schwer gehbeeinträchtigte Frau wird auf einer Geriatrie unter die Dusche gesetzt. als niemand kommt ruft sie um Hilfe, doch niemand reagiert. Sie friert nackt unter der Dusche, sie hat Angst. Nach einer Stunde wird sie entdeckt und die Krankenschwester meint: Wir haben sie wohl vergessen.
Eine 92 jährige Frau nach einer Hüft-OP wird von der Rettung nach Hause gefahren. Beim Aussteigen aus dem Auto stürzt sie und bricht sich den Oberschenkelhals auf der anderen Seite.
Ein 78 jähriger Mann stürzt in einem Krankenhaus in der Nacht auf dem Weg zur Toilette. Er wird morgens gefunden.
Alles Beispiele, die mir nur in dieser Woche erzählt wurden.
Gestern rief mich eine pflegende Angehörige nach unserem Gespräch an uns meinte: "Ich möchte mich bedanken bei Ihnen für das menschliche Gespräch. Wissen Sie, man erlebt so viel in dieser Situation, man fühlt sich oft wie das Letzte und wir haben uns vor dem Termin mit ihnen gefürchtet. Das Gespräch mit Ihnen stand aber in einem wohltuenden Kontrast und hat uns richtig gut getan."
Diese Worte tun mir natürlich gut, keine Frage. Wer freut sich nicht über Lob. Aber ich frag mich auch, wie kann es passieren, daß es in unserem Gesundheitssystem zu knarrt. Alle Beteiligten geben ihr Bestes- davon gehe ich immer aus.
Was ist da los, daß Betroffene vergessen werden, fallen gelassen werden, sich wie das Letzte behandelt fühlen? Wir haben doch angeblich eines der besten Gesundheitssysteme der Welt!
Was ist da nur los? Nimmt irgendjemand wahr, daß es knarrt, sucht jemand nach Ursachen? Unternimmt irgendjemand etwas?
Wann geht es eigentlich in erster LInie wieder um Qualität, statt um Effizienz?
Sonja, DGKS
Was mir in letzter Zeit auffällt, ist die Zunahme der Beschwerden. Die betroffenen Familien berichten von Erlebnissen, die mich als Pflegeperson und Teil dieses Gesundheitssystems äußerst betroffen machen und die uns zum Nachdenken bringen sollten.
Ein paar Beispiele:
Eine Tochter erkennt, daß ihre Mutter einen Schlaganfall hat, packt sie zusammen und bringt sie ins Krankenhaus, weil sie denkt das würde schneller gehen als die Rettung zu rufen. Im Krankenhaus auf einer internen Station lässt man sie 3 Stunden warten, obwohl die Tochter mehrmals auf den vermuteten Schlaganfall hinweist und sagt ihr dann, daß sie falsch wäre und die Mutter auf die Neurologie müsste. Es wird die Rettung gerufen, die eine Stunde braucht um zu kommen. Die Patientin kommt 4 Stunden nach dem Schlaganfall endlich auf der Neuro an, dort schimpft dann der Arzt mit der Tochter, daß die Mutter 2 Stunden zu spät gekommen wäre für eine optimale Rehabilitation.
Eine 85 jährige schwer gehbeeinträchtigte Frau wird auf einer Geriatrie unter die Dusche gesetzt. als niemand kommt ruft sie um Hilfe, doch niemand reagiert. Sie friert nackt unter der Dusche, sie hat Angst. Nach einer Stunde wird sie entdeckt und die Krankenschwester meint: Wir haben sie wohl vergessen.
Eine 92 jährige Frau nach einer Hüft-OP wird von der Rettung nach Hause gefahren. Beim Aussteigen aus dem Auto stürzt sie und bricht sich den Oberschenkelhals auf der anderen Seite.
Ein 78 jähriger Mann stürzt in einem Krankenhaus in der Nacht auf dem Weg zur Toilette. Er wird morgens gefunden.
Alles Beispiele, die mir nur in dieser Woche erzählt wurden.
Gestern rief mich eine pflegende Angehörige nach unserem Gespräch an uns meinte: "Ich möchte mich bedanken bei Ihnen für das menschliche Gespräch. Wissen Sie, man erlebt so viel in dieser Situation, man fühlt sich oft wie das Letzte und wir haben uns vor dem Termin mit ihnen gefürchtet. Das Gespräch mit Ihnen stand aber in einem wohltuenden Kontrast und hat uns richtig gut getan."
Diese Worte tun mir natürlich gut, keine Frage. Wer freut sich nicht über Lob. Aber ich frag mich auch, wie kann es passieren, daß es in unserem Gesundheitssystem zu knarrt. Alle Beteiligten geben ihr Bestes- davon gehe ich immer aus.
Was ist da los, daß Betroffene vergessen werden, fallen gelassen werden, sich wie das Letzte behandelt fühlen? Wir haben doch angeblich eines der besten Gesundheitssysteme der Welt!
Was ist da nur los? Nimmt irgendjemand wahr, daß es knarrt, sucht jemand nach Ursachen? Unternimmt irgendjemand etwas?
Wann geht es eigentlich in erster LInie wieder um Qualität, statt um Effizienz?
Sonja, DGKS
Pflege in Österreich - 16. Okt, 18:05

Manchmal ist es für mich so extrem, daß Anstrengungen einfach vergeblich verpuffen ...
L.G.Rudolf.
Was du sagst...
Grüße
Sonja