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Rudolf - Seniorenheim

Samstag, 31. Oktober 2009

Aus der Arbeit.

Gestern - manchmal..
Eingesprungen -
Schülerin - sehr schwierig ..
Neue Kollegin - sehr bedacht -
Verantwortung -
Belastung - will und wie weit kann ich sie tragen?
Dann geh ich nach dem ofiziellen Dienstschluß nach Hause -
Finde Abends nur schwer Ruhe ...
Ist im Kathetersackerl auch wirklich Urin drinnen ??
Funktioniert die Informationsweitergabe ??

Heute - Tag in trägem Dasein.

Wir stemmen uns mit viel viel Kraft gegen all die einstürzenden Unzulänglichkeiten. Beginnend bei den Eigenen. Immer wieder bedarf es früh morgens oder spät Abends, egal ob zum Tag oder Nachtdienstbeginn einer Überwindung während der Dienstübergabe all das auf und anzunehmen was da auf einen zukommt. Die eigenen Probleme sind spätestens in der Gardarobe mit in den Spind zu hängen.
Umso weniger das gelingt, umso mehr Vermischung geschieht, umso mehr Vermischung da ist- umso mehr merken es die Bewohner - manchmal, so wie vorgestern z.B.: sagte eine Bewohnerin, die selbst meine Hilfe benötigt, sie mache sich um "meine Gesundheit" sorgen. Da bin ich dann dankbar verwundert, daß es auch Menschen gibt die mich sehen...
L.G.Rudolf.

Samstag, 17. Oktober 2009

Zwischen den Nachtdiensten.

3 x bin ich nun zwischen den Dämmerungen herumpflegend tätig gewesen. Das Hirnkastl ist außer seinem Rhytmus. Um 4h früh mußt du hunertprozentig funktiontüchtig jeden Einzelnen der mir an die 70 anvertrauten Bewohner besuchen. Manche sind nochmals frisch zu machen. Injektionen und Nüchterntabletten sind zu verabreichen. Lagern. Manche schlaflose Bewohner geistern schon herum...

Und heute sitzt ich herum und .... will etwas tun und bin ziemlich blockiert.
Mir ist schon klar, daß ich nicht der einzige Nachtdienst tuende bin...
L.G.Rudolf.

Montag, 28. September 2009

Leben, Wahlen, Pflege -

Obwohl der Körper im Erblühen ....
Zähne schmerzen können -
Bremsen sich verschleißen -
Gedanken über die Ausbeutung mich begleiten -
Mein jüngerer Sohn hat einen klaren Blick, für die Ausbeutung der ich mit ausgeliefert bin.
Tocotronic beschreiben es mit einem Satz, die Ausbeutung des Menschen, erreicht eine neue Qualität.
http://www.tocotronic.de/media/Tocotronic_Rock.mov
Dieser Satz ist nun 10 Jahre alt - nun haben wir uns daran gewöhnt, Das Leben ist ja voller Qualitäten - aber der Preis, den wir, den unser Planet dafür bezahlt ??
Darf ich als Mensch - ich z.B.: als Christ, überhautpt mitmachen bei der Zerstörung ??
Gott schafft eine Welt voller Wunder - und ich will mich gegen diese Zerstörung zur Wehr setzen - dann find ich mich morgens wieder im Auto zur Arbeit rasen. In der Arbeit habe ich es mit Menschen zu tun, die nicht mehr den Turbomotor unserer Zerstörung mitantreiben, und trotzdem sind sie voll integriert, in dieses System. Auch durch mich, der ich sie pflege. Sie sind oft so langsam, daß selbst mir manchmal der Geduldsfaden sehr dünn wird.
In Deutschland und in Oberösterreich wurde gewählt. Vieles läuft über die Politik. Doch Entscheidungen, die uns mitgefangen nehmen, geschehen in machtwollenden harten Herzen. Politiker sind immer wieder die notwendigen Repräsentanten in der Öffentlichkeit. Vieles geschieht, damit wir uns wohl fühlen...
Das unseren Planeten und Menschen zerstörerische Wirtschaftssystem bleibt am Laufen.
Dies war niemals und wird niemals der Wille Gottes sein -
Doch so lange der Mensch ohne Gott weiterlebt, wird Gott zwar immer wieder in unsere Herzen reden wollen, doch ohne sich für ihn zu entscheiden, wird sich der Mensch nicht ändern, und durch unseren Starrsinn verwehren wir uns selbst, daß Gott etwas durch uns verbesssern könnte.
Ich selbst war lange politisch tätig, ohne Liebe ist es unnmöglich.
25 Und siehe, ein Gesetzesgelehrter trat auf, versuchte Jesus und sprach: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu erben? 26 Und Jesus sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du? 27 Er aber antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst!«[1]5Mo 6,5; 3Mo 19,18. 28 Er sprach zu ihm: Du hast recht geantwortet; tue dies, so wirst du leben! 29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
http://www.way2god.org/de/bibel/lukas/10/17/#hl
Jeder Mensch ist mein Nächster.
Mag sein, daß dieser Beitrag hier ein wenig den Rahmen des Pflegethemas sprengt, doch es ist mir einfach ein Bedürfnis, in unserem weiten Horizont, ein klein wenig an Gott zu erinnern.
L.G.Rudolf.

Donnerstag, 17. September 2009

Bericht über einen Vortag von Hr. Prof. Erwin Böhm.

Bericht über einen Vortag von Hr. Prof. Erwin Böhm .
Am Samstag dem 12. September 2009 waren ich und viele meiner Kolleginnen und Kollegen von unserer Firma in die Steiermark zu einem Vortrag von Hr. Böhm eingeladen.
Im Rahmen meiner Ausbildung zum Pflegehelfer sah ich einen Film, in dem Hr. Böhm sein Pflegemodell zu präsentieren versuchte und im Rahmen meiner Ausbildung war ich während einer Exkursion für eine kurze Zeit auf einer Böhm Station zu Besuch.
Durch dieses Vorwissen geprägt, ging ich mit sehr kritischem Geist in den Vortrag. Einerseits war ich gespannt was nun auf uns zukommt, andererseits wollte ich mich darauf einlassen, falls es etwas ist, mit Hand und Fuß, wie man so schön sagt.
Hr. Böhm ist nicht sehr groß, er ist nicht mehr sehr jung- aber eines ist er ganz sicher, er ist mit dem was er sagt, im Einklang.
Durch mich selbst gefiltert, möchte ich die für mich am wichtigsten herausgehörten Punkte seines Vortrages hier wiedergeben.
Alt sein – sein Thema handelte immer wieder von alten Menschen, die verhaltensauffällig und im Pflegeheim untergrebracht sind.
Einer seiner ersten Sätze der mir in Erinnerung blieb -
Nimmt die Denkleistung des Gehirns ab – nimmt die Gefühlsebene des Menschen zu.
Gut heute ist Donnerstag Nachmittag – ich hatte und habe wieder Nachtdienst.
Die Erinnerungen an den Vortag wollen sich entfernen.
Eben ging ich gerade durch die Stadt in der mein Arbeitsplatz liegt.
Viele Menschen- dabei fragte ich mich, wo verläuft hier Grenze zur Verhaltensauffälligigkeit? Hr. Böhm meint wir alle tragen mindestens 16 Neurosen mit uns herum. Ich gebe zu, ich habe mich noch nie im wissenschaftlichen Sinne mit Neurosen beschäftigt, eigentlich nur mit meinen, aber auch nicht wissenschaftlich, weil ich trag sie ja in und mit mir herum.
Und heute Abend gehe ich wieder dorthin, wo ich als Neurotiker, andere aus der Familie ausgegliederte und ins Pflegeheim einge.... Neurotiker wieder in die Nacht hinein und durch die Nacht begleiten darf.

Ein weiterer Kernsatz von Hr. Böhm lautet – Der Bewohner weiß am besten über sich selbst Bescheid, nur er selbst kennt seine Geschichte. Wir die wir ihn begleiten, sollten soviel als möglich über ihn in Erfahrung bringen. Nicht um ihn dadurch nach unseren Vorstellungen umzukrempeln, sondern um ihm seine Umgebung so gut es geht so einzurichten - um ihm eine wenig Heimat zu vermitteln. Dabei kann es durchaus vorkommen, daß der Bewohner in seiner in ihm stattfindenden Zeitreise „willkürlich“-..ich weiß jetzt selbst nicht, wie und wodurch diese im Alter nun stattfindenden Zeitreisen ausgelöst werden.

Ein weiterer Kernsatz – Bin ich nicht wichtig, muß ich mich bemerkbar machen.
Z.B.: Durch Krankheiten, durch Blutdruckmessen, durch Schreien, durch Essensaufnahmeverweigerung....
Unsere Aufgabe als Pflegende ist es Schlüsselreize anzubieten.
Schlüsselreize die wir vertreten können. Für mich selbst ist dies immer wieder ein wichtiges Thema.
Ich für mich glaube, der wichtigste Schlüsselreiz ist es, wie gehe ich auf den Bewohner zu. Es ist z.B.: ein Unterschied, ob ich den Bewohner am Morgen motiviere, am kommenden Tagesgeschehen teilzunehmen (ohne seine Erwartungen allzuhochzuschrauben), oder ob der Bewohner Angst im Dunklen hat und dadurch nicht einschlafen kann.
Soviel zunächst.
L.G.Rudolf

Freitag, 11. September 2009

Zum Thema Tod

Ich möchte einen kurzen Bericht über einen Todesfall in unserem Pflegeheim schreiben.

Nachtdienst - ich bin auf meiner Runde, gehe von Zimmer zu Zimmer klopfe kurz an und gehe zum jewiligen Bewohner/ Bewohnerin und verabreiche Nachtmedikamente, mache frisch, reiche ein Glas Wasser, beruhige...

Gegen 20h30 ruft mich meine diplomierte Kollegin aus ihrem Stockwerk an, wo sie auch auf der Runde ist. "Du die Fr. Mantler (Name geändert) ist glaub ich gestorben!" Zufällig sind unsere beiden Pflegedienstleitungen im Haus - ich gehe in ihr Büro und berichte ihnen vom Anruf meiner Kollegin- sie eilen sofort in das obige Stockwerk.
Gerade am Beginn des Nachtdienstes wollen viele Bewohner gleichzeitig ins Bett, deshalb gehe ich noch zu einer sehr ungeduldigen Bewohnerin und bringe diese ins Bett - würde ich zuerst zur eben verstorbenen Bewohnerin gehen, würde die ungeduldige Bewohnerin die ganze Zeit läuten. "Bitte ich möchte ins Bett".... also verschaffe ich mir auf diese Weise Ruhe - ich kann ja nicht zur Bewohnerin sagen, "Sie ich muß zu einer eben Verstorbenen", da hätte sie und ebenso ich sicher keine ruhige Nacht. Während ich die Bewohnerin ins Bett bringe ruft mich meine PDL(Pflegedienstleitung) an - "Bitte komm zur Fr. Mantler und hilf sie zurechtmachen, die Angehörigen sind auf dem Weg hierher."
Also wieder runter ins Erdgeschoß (ich hab im EG und im 1.Stock Dienst)- Hauptüre wieder aufsperren und rauf in den 3.Stock zur Fr. Mantler, die eben verstorben ist. Ich bin allein, die Diplomierte und mein Kollege aus dem 2. Stock sind irgendwo unterwegs. Die PDL´s sind auch schon wieder fort.
Also den mitgebrachten Paravant aufstellen, damit die Zimmernachbarin die nun folgenden Handlungen an der Toten nicht mitansehen muß. Waschschüssel, Handtücher, Waschlappen, Inkohose, frisches Bettzeug, frisches Nachthemd, und Abwurfeimer vorbereiten. Ich ziehe der Bewohnerin das besudelte (tut mir leid für diesen Ausdruck) Nachthemd aus - Dabei baumelt der Kopf hin und her, die Arme schlänkern herum, ich bemühe mich so gut es geht ruhig und ohne viel Herumbaumeln des Kopfes und der Arme und trotzdem zügig zu arbeiten, während des Waschens, Umziehens, und des Bett -frisch -überziehens treffen die Angehörigen ein. Ich bitte sie noch im Speisesaal zu warten, die Diplomierte und mein Kollege aus dem 2. Stock kommen auch noch.
Über den Tod wird nicht geredet.
Die Schwester erzählt uns kurz den Hergang des Sterbens- die Bewohnerin sei zu ihr auf den Gang raus gekommen und klagte über Übelkeit, Schwester Ilona (Name geändert) habe ihr Blutdruck und Puls gemessen, beide waren sehr instabil- sie habe dann den Notarzt angerufen. Innerhalb weniger Minuten aber sei Fr.Mantler verstorben. Die PDL habe daraufhin dem Notarzt abgesagt und dafür die diensthabende Amtsärztin wegen der Totenbeschau angerufen.
Wir machen die Verstorbene zurecht und räumen alles Schmutzige weg. Die Diplomierte bittet die Angehörigen zu kommen. Ich warte vor dem Zimmer und fordere die Angehörigen auf, hineinzugehen. Die Tochter von Fr. Mantler schaut mich sehr schockiert an. Mir käme mein Beileidsspruch fehl am Platz vor. Ich bleibe stehen, bis sie im Zimmer sind. Im Hintergrund taucht die Amtsärztin auf, sie macht auch immer wieder Visite im Haus.
Ich gehe wieder in mein Stockwerk und setzte meine Runde fort, ohne den anderen Bewohnern merken zu lassen, was gerade im Haus geschehen ist.
Rudolf.

Kurzbericht

Nach wie vor Nachtdienste
mit Todesfällen - Dies bedeudet - Waschen - und Vorbereiten für den Besuch der unter Schock stehenden Angehörigen - Amtsarzt .. Abgesehen, von der eigenen Betroffenheit die in diesem Fall überwunden werden muß.
Tagdienste mit Vormittagspflege - Mittagessen verabreichen - Nachmittagsbetreuung - und Abends wieder zu Bett bringen - Schauen, daß die Station ordentlich an den Nachtdienst übergeben wird - Dienstübergabe - Heimfahren in meinem Fall über eine Stunde - Dienst dauert meist von 3/4 7 Morgens bis 18 oder 19 h Abends - Dienstpläne sind oft nur vorläufig - Einsprungbereitschaft ist eine Selbstverständlichkeit - Dadurch platzen geplante Ausflüge mit der Familie - werden Urlaube einfach kürzer usw.
Jeder der hier vorhandenen Punkte verlangt nach ausführlicherem.
Werde darauf zurückkommen, oder einer von uns Schreibenden greift das Thema - Tod - Dienstübergabe - oder Arbeitszeit <-> Freizeit auf.
Heute bin ich zu Hause und arbeite mit meinem Bruder, der bei mir zu Besuch ist und meinem Sohn im Garten ...
L.G.Rudolf.

Donnerstag, 27. August 2009

Pflege

Pflege:
lege
Menschen - Im Langzeitpflegeheim - handling -
Gestern merkte ich wieder einmal wo meine Fähigkeiten sein dürfen - aber auch die Grenze, die eigene Grenze zeigt sich auf, und sie ist so anders wie in der Welt der künstlich eingefangenen verdichteten Bilder, die Christine so trefflich beschreibt. Gleich in der Früh stand ich vor einem Sondomaten (er sorgt dafür, daß Sondenpatienten mit der Sondennahrung versorgt werden), also der Sondomat von Fr. Hurch(Name von mir verändert) versagte seinen Dienst. Ich hab mich vor ihn hingestellt, ihn ausgeschaltet und hab gebetet - "Herr Jesus wenn es dein Wille ist, so hilf bitte daß dieser Sondomat wieder funktioniert." Dann hab ich ihn wieder eingeschaltet und der Sondomat hat den ganzen Tag über tadellos funktioniert.
Abends dann kam mir meine Kollegin mit der stinkenden Wäsche eines Bewohners entgegen - er hat es einfach nicht mehr geschafft seine Wäsche in die Wäschtonne zu geben und hat sie stattdessen im Schrank deponiert. Ich mag ihn diesen Bewohner, hab aber große Hemmungen in seinen Privatbereich einzudringen . . .
Dazwischen unter anderem ein akut werdender Dekubitus = Wundliegen ....
Manchmal taucht da auch so etwas wie ein mehr für die Bewohner wollen auf - mehr im Sinne ihrem eingeengten Leben einen Sinn geben zu wollen. Im Pflegeheim brechen all die künstlich aufrechterhaltenen Lebenskonstruktionen zusammen - und oft und immer wieder begegnet man ganz einfachen, liebevollen Menschen, die mit ihrer Situation gut zurechtkommen. Da gibt es auf einmal viel Zeit zum Nachdenken - und dazwischen arbeitet ein streßgeplagtes Pflegepersonal, auch immer wieder in eigenen Problemen involviert, hilfegebend da seiend.
L.G.Rudolf.

Mittwoch, 22. Juli 2009

Worunter leidet die Pflege ?

Leiden !
Mangelnde Liebe !
Ausbeutung !
Schmerzen !
Wut !
Undankbarkeit !
Dauerläutendes Handy !
Überforderung !
Sterben !
Kommunikationsfehler !
Machtspiele !
Zeitdruck !
Unheilbare Krankheiten !
Unerfüllbare Erwartungen !
Inkompetenz !
Jeder hat berechtigte Ansprüche !
Ungeduld !
Traurigkeit !
Mißbrauch !
... .. . .. ... ....
Unaufrichtigkeit !
Lügen !

Dienstag, 14. Juli 2009

Worüber ärgert sich die Pflege ?

Ärger, was ist Ärger ? Woraus entsteht Ärger ? Wie gehe ich, wie gehen wir mit dem Ärger um ? Ärger ist ein gewisses innerliches Kochen...Ärger entsteht.
Letzte Nacht war ich wieder im EG + 1.Stock- zwischen 1/2 8 und 10 Uhr ist immer totaler Streß - ca. 10 Bewohner wollen gleichzeitig zu Bett gehen. Sie können das nicht alleine, sie brauchen Unterstützung. Zum Beispiel müssen wir sie auf die Toilette zu bringen und umziehen. Welche die schon im Bett sind, wollen noch nicht schlafen und kommen wieder raus. Welche die schlafen wollen und noch nicht können, verlangen nach Zuwendung. Wie gesagt ich bin für 70 Bewohner verantwortlich. Das Stationshandy läutet während ich gerade jemand im Intimbereich wasche... und da steigt ganz automatisch der Ärger auf...

Oder so wie der Druck der auf uns lastet sich auch oft in Ärger umwandelt. Abgesehen davon, daß ich meinen Ärger nicht am Bewohner ausleben kann, gibt es Bewohner die einem ganz schön ärgern können. Durch die Grenzbelastung kommt es auch immer wieder zu Konflikten was den Arbeitsablauf mit den Kolleginen betrift, oft fehlen Pflegeartikel, oft bleiben wichtige Informationen stecken - und es sind immer Menschen die da vor einem sind, oft selbst vom Leben tief enttäuscht.
Schlucken, all den Ärger schlucken, bis zum Erbrechen ??
Ich balle meist kurz die Fäuste, wenn ich aus dem Zimmer bin und schüttle den Ärger ab. Manchmal, wenn es ganz arg ist gehe ich ins Wäschkammerl und beruhige mich dort. Ich brauche die Ruhe beim Menschen, ich kann nicht mit meiner aufgeladenen Stimmung zum Bewohner gehen und es würde eine Kleinigkeit, wie z.B.: nein der Gürtel ist mir zu eng, bitte etwas weiter stellen seitens des Bewohners genügen, und ich hätte schlimme Gedanken...
Jeder von uns muß viel schlucken, leider schlucken viele nicht nur den Ärger, sondern auch andere Dinge, womit sie diesen Ärger neutralisieren wollen. Und dann gibt es wieder Bewohner, da geht es wie von selbst, da geht man gerne ins Zimmer hinein, weil ein Einverständnis da ist..

Über die politischen Dimmensionen unserer Arbeitssituationen, darüber wie durch Personalknappheit besonders im privaten Bereich Geldflüsse maximiert werden, darüber nachzudenken und sich zu ärgern, wäre höchst an der Zeit. Doch Ärger allein bringt nichts - Ich werd mal drüber nachdenken, wofür Ärger gut sein kann.
L.G.Rudolf.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Was erlebt die Pflege !

Menschen - es sind immer Menschen die Hilfe brauchen - ist es ein kleiner verstauchter Finger, ist es ein Schluck Hustensaft, ist es ein neuer Verband, ist es das Setzen eines Katheters, ist es beim Aufwachen aus der Narkose dabeizusein, ist es die tägliche Hilfestellung in einer Langzeitpflegeinrichtung .. bis hin zur Sterbebegleitung.
All das und noch viel mehr erlebt die Pflege. Und viel, viel Druck von allen Seiten. Innen beginnend, wenn ein schwieriger Mensch da vor einem steht - wir dringen ständig in die Intimsphäre von Menschen ein, da braucht es immer wieder die eigene Überwindung - bis zum Druck im Team - Zeitdruck - und natürlich der Druck von außen - Angehörige schauen einem mehr oder weniger über die Schulter, Verantwortlichkeit - alles was wir tun wird dokumentiert, ist dadurch einseh und kritisierbar, ja verantwortbar.
Das sind so einige Punkte der Lasten.
Ein Lächeln, Verständnis, immer wieder höre ich: Ihren Beruf könnt ich nicht machen, viel Austausch - damit verbundenes Lernen, geheilte Menschen zum Ausgang begleiten zu dürfen... ein Dankeschön für das Bringen eines Glas Wasser.
Auch das dürfen wir erleben...

Rudolf

Aktuelle Beiträge

Mal was anderes: BewohnerInnen...
Heute erzähle ich mal nix von mir, sondern zeige...
Pflege in Österreich - 4. Dez, 11:49
Mach ich.
Aber klar: wenn auf einer Abteilung Burnout ein Thema...
christine (Gast) - 2. Dez, 22:20
Wissen?
Ach, Christine. Das mit dem Wissen um meine Seminare...
Care Consulting - 1. Dez, 11:05
Burnout
schleicht doch um alle Ecken, oder kommt fies von hinten,...
Christine (Gast) - 1. Dez, 01:38
Ein Kissen aus Moos...
...für den träumenden Kopf (Ludwig Börne) Rudolf,...
Christine (Gast) - 1. Dez, 00:45

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